Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag nachgegeben, weil Händler:innen auf neue Konjunkturdaten reagierten und ihre Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve anpassten. Der Nasdaq Composite sank um knapp 1,9 %, belastet vor allem von schwachen Technologiewerten. Der S&P 500 verlor 1,1 %, während der Dow Jones Industrial Average nach einem wechselhaften Handelstag rund 0,4 % tiefer schloss.
Inflationsdaten halten den Druck hoch
Die Veröffentlichung des PCE-Preisindex für Juli verdeutlichte den anhaltenden Inflationsdruck. Der Gesamtindex stieg im Jahresvergleich um 2,6 %, die Kernrate – ohne Lebensmittel und Energie – lag bei 2,9 %. Die Werte entsprachen zwar den Prognosen, untermauerten aber die Einschätzung, dass die Inflation hartnäckig bleibt. Infolgedessen reduzierten Anleger:innen ihre Erwartungen an mehrere Zinssenkungen in diesem Jahr.
Nvidia-Aktie gerät kräftig unter Druck
Technologiewerte litten am stärksten unter den Verkäufen, Nvidia rutschte um mehr als 6 % ab. Der Rückgang folgte auf einen vorsichtigeren Ausblick des Unternehmens für das kommende Quartal, obwohl es zuvor starke Ergebnisse gemeldet hatte. Erst am Vortag hatte Nvidia ein Rekordhoch erreicht, befeuert von der Begeisterung über seine Rolle in der KI-Chipproduktion. Auch andere große Tech-Namen wie Broadcom, Alphabet und Microsoft schwankten im Verlauf der Sitzung.
Analysten bleiben für den langfristigen Ausblick zuversichtlich
Marktbeobachter:innen betonen, dass die Korrektur bei Nvidia nichts an der starken langfristigen Position des Unternehmens im Bereich High-End-Chips ändert. Mehrere Banken, darunter Morgan Stanley, halten an ihren optimistischen Kurszielen fest und unterstreichen das Vertrauen in Nvidias Rolle angesichts der wachsenden Nachfrage nach Rechenleistung. Der jüngste Rückschlag zeigt jedoch, wie sensibel die Märkte auf Ausblicksstatements reagieren – besonders in einem Sektor, der einen großen Teil der jüngsten Rally anführte.
Blick der Anleger richtet sich auf Fed-Entscheidung
Nun rückt der Fokus auf die anstehenden Arbeitsmarktdaten und weitere Inflationsberichte, die für die Fed-Entscheidung im kommenden Monat entscheidend sein werden. Terminmärkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 84 % für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im September ein, etwas weniger als zuvor. Für euch bedeutet die Mischung aus hartnäckiger Inflation und vorsichtigen Signalen der Notenbank zusätzliche Unsicherheit – die Märkte bleiben sowohl in den USA als auch weltweit nervös.