Genauer hingeguckt: Die Vorteile und Nachteile vom Social Trading

Social Trading bietet Anlegern viele Vorteile: Es ist renditestark, einfach zu verstehen und kann über verschiedenste Plattform betrieben werden. Natürlich besteht hierbei immer auch das Risiko, Kapital zu verlieren. Alle Vorteile und Nachteile des Social Tradings, zeigen wir daher im folgenden Artikel.

Alle Vorteile und Nachteile des Social Tradings im Überblick

Vorteile Nachteile
+ Unkomplizierte Anmeldung – Ganz ohne Fachwissen funktioniert auch Social Trading nicht
+ Unabhängige Anlageberatung durch eine Community – Nicht immer ist direkt klar, wer sich hinter den Profilen der Signalgeber verbirgt
+ Transparenz bei den Anlagestrategien der Top-Trader – Selbstverständlich besteht beim Social Trading ein Verlustrisiko
+ Hohe Lerneffekte
+ Deutlich kostengünstiger als herkömmliche Anlageberatung
+ Gute Renditeaussichten
+ Zahlreiche Anbieter für Social Trading Plattformen

Einfachheit ist der größte Vorteil des Social Tradings

Wer mit dem Social Trading anfangen möchte, muss hierzu nur einen Account bei einer Social Trading Plattform anlegen – das war‘s, mehr Verwaltungsaufwand ist nicht erforderlich. Auch alle weiteren Schritte sind bewusst unkompliziert gehalten. Über ansprechend gestaltete Plattformen finden Trader schnell passende Signalgeber, denen anschließend per einfachem Mausklick gefolgt wird.

Natürlich gehört etwas mehr dazu, wirklich gute Signalgeber zu finden. Trader müssen sich schon intensiv mit den Kennzahlen beschäftigen, die über die Social Trading Plattform aufbereitet werden. Aber: Das Grundprinzip des Social Tradings bleibt einfach zu verstehen und schnell zu erlernen.

Kostengünstige Anlageberatung

Zudem überzeugt Social Trading vor allem dadurch, dass es sehr kostengünstig ist. Anleger erhalten hier de facto eine vollständige Anlageberatung durch die Community bzw. erfahrene Top-Trader. Sowohl die Anmeldung als auch die Führung des Kontos kostet jedoch keinen einzigen Cent. Auch der Klick auf „Folgen“ verursacht noch keine Gebühren. Nur, wenn der Signalgeber Positionen eröffnet, zahlt der Follower Handelsgebühren.

Diese Trading-Kosten beschränken sich jedoch meist auf ein Minimum. Schließlich kommen beim Social Trading in der Regel fast ausschließlich Finanzderivate zum Einsatz. CFDs, binäre Optionen und Zertifikate können die Wertentwicklung zahlreicher Basiswerte wiederspiegeln, ohne dass dafür die herkömmlichen Abschlussgebühren und Provisionen bezahlt werden müssen. Im Vergleich zum aktiven Handel mit Aktien, Fonds und Co. können Anleger so pro Jahr hunderte Euro sparen.

Hohe Renditen beim Social Trading

Natürlich soll Social Trading in erster Linie Rendite einbringen. Zwischen 5 und 10 Prozent pro Jahr sind keine Seltenheit. Im Gegenteil: Wie zwei Studien zeigen, können Trader diese Werte unter bestimmten Voraussetzungen sogar fest einkalkulieren.

  1. Universität Bochum
    Die Uni Bochum hat im Jahr 2012 alle Trades untersucht, die bei eToro, ZuluTrade und ayondo erstellt wurden. Das Ergebnis: Bei eToro hätte ein Anleger durch das Folgen von Top-Tradern im Schnitt 9,6 Prozent an Rendite erwirtschaftet. Wer ein Konto bei ZuluTrade geführt hat, hätte sich mit „nur“ 6 Prozent begnügen müssen. Allerdings war auch das Risiko der Positionen bei ZuluTrade deutlich geringer als bei der Konkurrenz.
  2. MIT
    Auch die bekannte amerikanische Universität hat sich näher mit dem Social Trading beschäftigt. Im Jahr 2014 wurden hierzu 500 Nutzer von eToro untersucht. Sie konnten durch Social Trading 10 Prozent mehr Rendite erzielen als beim eigenständigen Handel.

Nicht einkalkuliert wurden hierbei indirekte Steigerungen der Rendite, die durch Lerneffekte entstehen. Denn der Trader folgt einem Signalgeber ja nicht blind, sondern untersucht vorher dessen Anlagestrategie und beobachtet diese. Hieraus können Ideen und Anregungen für eigene Positionseröffnungen abgeleitet werden, was sich nachhaltig positiv auf die Gewinne auswirkt.

Möglich sind diese Lerneffekte auch, weil die Strategien der Trader automatisch offengelegt werden. In den Detailansichten der Profile ist es etwa möglich, alle Positionseröffnungen eines Traders einzusehen. Übersichtliche Statistiken geben zudem Auskunft darüber, mit welchen Basiswerten der Anleger bevorzugt handelt oder welche Maßnahmen zur Risikoabsicherung er trifft. Auch die Performance und der maximale Drawdown werden anschaulich dargestellt.

Diese Kennzahlen ermöglichen eine fundierte Analyse der Top-Trader. Wer sich hingegen klassisch von einer Bank beraten lässt, hat auf solche Informationen keinen Zugriff. Zudem berät der Bankangestellte meist wenig unabhängig. Seine Provision fällt umso höher aus, je höher die Kosten für den Anleger sind. Außerdem verzichten die Berater oft darauf, Fonds und Finanzprodukte anderer Banken anzubieten – auch wenn diese vielleicht besser oder günstiger sind.

Auch das Social Trading funktioniert nicht ohne Fachwissen

Selbstverständlich weist das Social Trading auch einige Nachteile auf. Dazu zählt etwa, dass der Handel ganz ohne Fachwissen nicht funktionieren kann. Wer die Anlagestrategien von Top-Tradern bewerten möchte, muss zumindest die zugrundeliegenden Finanzprodukte wie CFDs oder binäre Optionen verstehen. Auch erste eigene Handelserfahrungen sind von Vorteil, um die Trader besser beurteilen zu können.

Zudem ist nicht immer auf den ersten Blick klar, wer sich hinter den „Experten“ oder „Social Gurus“ tatsächlich versteckt. Trotz der überall angepriesenen Transparenz ist es bei manchen Tradern nicht möglich, eine fundierte Einschätzung vorzunehmen.

Expertentipp: Die meisten Top-Trader werben offen mit ihrem richtigen Namen, ihrer Anlagestrategie und ihrer Performance. Sollte dies nicht der Fall sein, nehmen Anleger ganz einfach Abstand vom Folgen. Schließlich muss keinem Trader gefolgt werden, nur weil er scheinbar hohe Rendite erwirtschaftet. Wer sich unsicher ist, sucht am besten nach einem anderen Signalgeber.

Verlustrisiko beim Social Trading gegeben

An den Finanzmärkten kann keine hohe Rendite ohne ein gewisses Maß an Risiko erwirtschaftet werden. Das gilt für den Aktienhandel genauso wie für das Social Trading. In wirtschaftlich schlechten Zeiten kann selbst der beste Trader mal Verluste erwirtschaften. Auch externe Schocks wie etwa der Brexit sorgen dafür, dass Anleger Verluste erleiden müssen. Grundsätzlich ist das Anlagerisiko beim Social Trading aber nicht größer als bei herkömmlichen Investments. Dennoch sollten sich alle Follower der Gefahr bewusst sein, dass es zu einem Verlust von Kapital kommen kann.

Expertentipp: Das Risiko kann beim Social Trading auf zwei Wegen eingeschränkt werden. Zum einen sollten Trader möglichst vielen Top-Tradern folgen, um ihr Risiko zu streuen. Macht einer der Signalgeber einen Fehler, hat das so keine gravierenden Auswirkungen auf das eigene Portfolio. Zum anderen funktioniert das Risikomanagement auch durch einen sogenannten Stopp Loss. Befinden sich kopierte Positionen zum stark im Minus, werden sie automatisch vom System gekauft – bevor ein Totalverlust realisiert wird.

Fazit: Vorteile überwiegen die Nachteile beim Social Trading

Social Trading überzeugt durch hohe Renditeaussichten und ein einfaches Grundkonzept. Per simplen Mausklick wird die Social Trading Plattform damit beauftrag, Top-Tradern zu folgen. Natürlich besteht hierbei ein Verlustrisiko, das aber nicht höher als beim herkömmlichen Handel ist. Untersuchungen zeigen sogar, dass mit Social Trading im Schnitt hohe Renditen zwischen 5 und 10 Prozent die Regel sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.