Forex

Das Trading mit Forex bezeichnet den Handel an den internationalen Devisenmärkten. Längst werden dabei aber nicht mehr physische Geldscheine von A nach B transferiert. Vielmehr findet der Handel mittlerweile ausschließlich über Finanzderivate wie Forex-CFDs statt, die den Devisenhandel deutlich vereinfachen.

Eigenschaften von Forex

  • Finanzderivat
  • Basiswerte sind Währungen
  • Sehr kostengünstig
  • Hohe Hebelwirkung

Was ist Forex?

Forex ist eigentlich die Abkürzung für Foreign Exchange Market, also Devisenmarkt. Gemeint ist hiermit aber vielmehr der tatsächliche Handel mit Währungen, das sogenannte Forex-Trading. Wie bereits eingangs kurz erwähnt wurde, läuft der Handel nicht mehr durch den realen Tausch von Währungen ab. Sowohl private Kleinanleger als auch große Institutionen wie etwa Banken kaufen Finanzderivate, deren Kursentwicklung immer auf einem bestimmten Währungspaar basiert. Zu den bekanntesten und am meisten gehandelten Devisenpaaren zählen dabei sogenannte Major-Währungen:

  • Euro
  • US-Dollar
  • Japanischer Yen
  • Britisches Pfund
  • Schweizer Franken

Wichtig für das Verständnis des Forex-Handels ist die Notation von Währungskursen. Der Wechselkurs der Heimatwährung zur Fremdwährung wird innerhalb Europas immer aus Sicht der Heimatwährung angeben. Ein Beispiel:

Für 1 Euro erhalten Anleger aktuell 1,10 US-Dollar. Der Währungskurs EUR/USD lautet folglich 1,10. Gewinnt der Euro an Stärke, steigt der Kurs. Für 1 Euro erhalten Trader dann beispielsweise 1,20 US-Dollar (Kurs: EUR/USD 1,20). Verliert der Euro an Wert, verändert sich der Devisenkurs beispielsweise auf EUR/USD 1,00.

Genau von diesen Änderungen der Währungskurse können Trader beim Forex-Handel profitieren. Gehandelt wird immer über sogenannte CFDs. Mit ihrer Hilfe können Trader sowohl von fallenden Währungskursen (Put-Position) als auch von steigenden Kursen (Call-Position) profitieren. Zusätzlich verfügen CFDs über einen Hebel, der Gewinne und Verluste gleichermaßen vervielfacht. Doch dazu später mehr in unserem Praxisbeispiel.

Warum verändern sich Währungskurse überhaupt?

Genau wie Aktien, Fonds, Computer, Autos oder andere Güter werden auch Währungen auf einem offenen Markt gehandelt. Folglich schwankt der Wert eine Währung, wenn Angebot und Nachfrage zu- oder abnehmen. Begründet ist das im Falle der Devisen vor allem durch 3 Effekte:

  1. Spekulationen
    An den weltweiten Devisenmärkten werden mittlerweile rund 5 Billionen US-Dollar täglich (!) Durch rein wirtschaftliche Zwecke sind diese enormen Umsätze nicht zu erklären, ein Großteil der Kursschwankungen entsteht daher durch Spekulationen.
  2. Wirtschaftliche Entwicklung
    Der Effekt der wirtschaftlichen Entwicklung eines Währungsraumes ist aber nicht zu unterschätzen. Schwächelt die EU-Wirtschaft, bricht meistens auch der Euro-Kurs gegenüber anderen Währungen ein – vorausgesetzt der jeweils andere Währungsraum bleibt wirtschaftlich stabil.
  3. Externe Schocks
    Immer wieder kommt es an den Devisenmärkten zu externen Schocks. Bestes Beispiel ist der Brexit. Nachdem die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt hatten, brach der Kurs GBP/EUR zeitweilig um 10 Prozent ein. Gleichzeitig verlor auch der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert.

Was ist ein Hebel?

Beim Forex-Trading kommt immer ein Hebel zum Einsatz. Über diesen können Anleger mehr Kapital an den Finanzmärkten bewegen, als sie eigentlich aktiv für eine Handelsposition einsetzen. Ein Beispiel:

Der Anleger eröffnet eine Forex-Position auf den Kurs EUR/USD. Insgesamt investiert er selbst 100 Euro, wobei der Hebel 1:100 beträgt. Anschließend verhundertfacht der Broker das eingesetzte Kapital und bewegt im Auftrag des Anlegers ganze 10.000 Euro an den Märkten.

Alle Gewinne und Verluste beziehen sich auf das bewegte Kapital. Daher wird die Rendite – auch im negativen Sinne – verhundertfacht. Genau aus diesem Grund sollte der Forex-Handel immer nur mit solchem Geld erfolgen, das der Trader prinzipiell „über“ hat. Oder anders ausgedrückt: Wird Kapital für das Forex-Trading genutzt, sollte es nicht für den täglichen Lebensunterhalt benötigt werden.

Ist der Forex-Handel teuer?

Nein! Generell entstehen beim Handel mit Devisen kaum Kosten für den Anleger. Direkte Provisionen oder Kommissionen wie etwa beim Aktienkauf werden nicht fällig. Abgerechnet wird immer über den sogenannten Spread, also die Differenz aus An- und Verkaufskurs. Beispielsweise bietet der Broker seinen Kunden an, 1 Euro gegen 1,10 US-Dollar zu tauschen. Zum gleichen Zeitpunkt müssen aber 1,1001 US-Dollar für 1 Euro bezahlt werden. Diese Differenz verbleibt als Gewinn im Unternehmen.

Beim Forex-Trading ist diese Spanne äußerst knapp bemessen. Das liegt vor allem daran, dass der Forex-Markt sehr liquide ist. Es findet sich rund um die Uhr eine unglaublich hohe Anzahl von Anbietern und Nachfragern verschiedenster Währungen. Dadurch ist es für den Broker einfach, schnelle passende Käufer oder Verkäufer für die Aufträge der Kunden zu finden.

Angegeben wird der Spread beim Forex-Trading immer in sogenannten Pips. Es handelt sich hierbei um eine minimale Veränderung der fünften Stelle eines Währungskurses, Nachkommastellen inklusive. Beispiel:

  • EUR/USD – Kurs: 1,1111 Pip: 0,0001
  • EUR/JPY – Kurs: 112,35 Pip: 0,01

Forex-Trading: Beispiel aus der Praxis

Die Facetten des Forex-Tradings können am besten anhand eines realen Praxisbeispiels dargestellt werden. Wir eröffnen hierzu folgende Position:

  • Währungspaar: EUR/USD
  • Aktueller Kurs: 1,10
  • Art der Position: Call
  • Hebel: 1:300
  • Kapitaleinsatz: 10.000 Euro
  • Geplante Laufzeit: Wenige Stunden

Die Laufzeit ist hier als „geplant“ beschrieben, weil Forex-CFDs über keine feste Laufzeit verfügen. Allerdings entstehen Kosten, wenn das Finanzprodukt über Nacht gehalten wird. Daher werden die meisten CFD-Position schon nach wenigen Stunden und noch am selben Handelstag wieder geschlossen.

Interessant ist auch, wie viel Geld wir am Kapitalmarkt bewegt haben. Schließlich beziehen sich hierauf später unsere Gewinne und Verluste. Wir selbst haben nur 1.000 Euro als sogenannte Margin / Sicherheitsleistung beim Broker hinterlegt. Durch den von uns gewählten Hebel von 1:300 werden aber effektiv 300.000 Euro an den Märkten bewegt.

Für unsere Position betrachten wir jetzt zwei verschiedene Kursentwicklungen:

  1. Euro gewinnt an Stärke
    Angenommen, wir behalten mit unserer Prognose recht und der Euro gewinnt gegenüber dem US-Dollar an Stärke. Wir gehen von einer Steigerung von 0,1 Prozent aus – an den Devisenmärkten ein durchaus üblicher Wert. Unser Gewinn bezieht sich jetzt nicht auf den Kapitaleinsatz von 1.000 Euro, sondern die 300.000 Euro, die der Broker für uns am Markt eingesetzt hat. Daraus ergibt sich: 000 Euro * 0,1% = 3.000 Euro. Bezogen auf unseren Kapitaleinsatz haben wir somit eine Rendite von 300 Prozent binnen kurzer Zeit erwirtschaften können.
  2. Euro verliert an Stärke
    Es kann natürlich vorkommen, dass unsere Prognose nicht zutrifft. Wir gehen ebenfalls wieder davon aus, dass sich der Kurs um 0,1 Prozentpunkte bewegt – jedoch entgegen unserer Einschätzung. Dann beträgt unser Verlust ebenfalls 000 Euro * 0,1% = 3.000 Euro. Wir haben also mehr Geld verloren, als wir ursprünglich eingesetzt haben und müssen Kapital vom Handelskonto nachschießen.