Die größten Fehler beim Social Trading

Social Trading zu betreiben ist einfach. Schließlich profitieren Tradern hierbei vom Fachwissen erfahrener Anlageexperten und müssen die Finanzmärkten nicht selbst laufend analysieren. Aber: Nur weil Social Trading betrieben wird, garantiert das noch lange keine Rendite. Auch bei der innovativen Anlageform können Anleger Fehler begehen, die bares Geld kosten. Welche das sind und wie sie vermieden werden, zeigen wir dir im folgenden Artikel.

Trading ohne Erfahrung

Grundsätzlich treffen Follower beim Social Trading keine direkten Anlageentscheidungen mehr. Dennoch müssen sie die Finanzprodukte verstehen, mit denen die Signalgeber arbeiten. Sonst kann kein möglichst breitgefächertes Portfolio erstellt werden. Auch die Risiken und Chancen der Anlagestrategien, die von den Signalgebern entwickelt werden, kennt der Anleger sonst nicht. Insofern ist es wichtig, sich zunächst selbst mit den Grundlagen des Tradings zu beschäftigen. Das bedeutet in erster Linie, die beim Social Trading eingesetzten Finanzderivate – CFDs, binäre Optionen, Forex und Zertifikate – kennenzulernen.

Danach können Trader praktisch mit dem Social Trading beginnen. Am Anfang empfiehlt es sich allerdings, ein Social Trading Demokonto zu verwenden. Hier stellen die Broker ihren Kunden virtuelles Kapital zur Verfügung, mit dem risikofrei die ersten Follow-Aufträge erstellt werden können. Typische Anfängerfehler sorgen so nicht dafür, dass der Trader bares Geld verliert und werden so beim späteren Echtgeldhandel vermieden.

Fehlendes Risikomanagement

Beim Social Trading wird Risikomanagement gleich doppelt betrieben: Zum einen kann der Signalgeber natürlich Positionen schließen und überwachen, so dass keine allzu hohen Verluste entstehen. Doch zum anderen ist auch der Follower gut beraten, Risikomanagement zu betreiben. Möglich ist das bei den meisten Brokern über Orderzusätze wie etwa Stopp Loss. Entwickeln sich die Trades eines Signalgebers schlecht, verkauft das System alle Positionen – unabhängig davon, ob der Top-Trader diese Positionen ebenfalls verkauft. Zusätzlich wird dem jeweiligen Signalgeber bis auf Weiteres nicht mehr gefolgt.

Keine Diversifikation

Das A und O bei der Geldanlage ist und bleibt die Risikostreuung. Anleger jedweder Art müssen ihr Geld immer auf möglichst viele Werte streuen. Beim Aktienhandel funktioniert das beispielsweise dadurch, dass Anleger zehn verschiedene statt nur einer Aktie kaufen. Denn angenommen, diese eine Aktie – deren Gewinnerwartungen noch so gut sein mag – fällt im Kurs. Doch dann verliert der Trader gleich einen großen Teil seines Geldes. Das kann immer passieren, denn abschließende Gewissheit und Sicherheit gibt es an den Finanzmärkten nicht. Streut er das Kapital hingegen auf mehrere Aktien, ist diese Gefahr nicht gegeben.

Beim Social Trading funktioniert die Diversifikation praktisch genauso. Anstatt das komplette Kapital in die Hände eines einzigen Top-Traders zu legen, wird gleich mehreren Signalgebern gefolgt.

Zu teurer Broker

Die Rendite beim Handel an den Finanzmärkten lässt sich am einfachsten steigern, indem die Kosten für das Trading gesenkt werden. Viele Anleger achten beim Social Trading aber nicht darauf, wie viel Geld sie für Positionseröffnungen eigentlich zahlen. Zwischen den günstigsten und den teuersten Brokern können aber Welten liegen. Je nachdem wie häufig der Anleger im Jahr tradet und wie vielen Signalgebern er folgt, kommen einige hundert Euro zusammen.

Stupide den besten Tradern folgen

Natürlich sollte beim Social Trading vor allem solchen Signalgebern gefolgt werden, die sich in der Community einen Namen gemacht haben. Aber: Die besten Trader sind meistens die, die auch das höchste Risiko eingehen. Gerade wenn die Signalgeber erst einige Wochen oder Tage an der Spitze der Rankings stehen, kann das blinde Folgen fatal sein. Denn in turbulenten Marktphasen kann es passieren, dass der Risikowille zurückschlägt und für hohe Verluste sorgt.

Trader sollten die Signalgeber daher immer mit Bedacht wählen und die Top-Trader wenn möglich erst in einer Watchlist beobachten. Außerdem empfiehlt es sich, die Strategie der Trader näher zu analysieren und auch hier für Diversifikation zu sorgen. Beispielsweise sichern Follower einen riskanten Top-Trader durch das Folgen zweier Trader ab, die eher auf ruhigere Anlagestrategien setzen.

Falsche Erwartungen und keine Geduld

Social Trading bietet den Vorteil, dass Tradern schon per einfachem Mausklick gefolgt werden kann. Auch das „Unfollowen“ funktioniert nach diesem Prinzip, sollte aber dennoch nicht vorschnell vollzogen werden. Denn selbst gute Trader durchleben mal ein paar schlechte Handelstage. Auf lange Sicht erzielen sie aber stabile und attraktive Renditen, so dass Trader sich die Geduld hinterher auszahlt.

Das gilt auch für das Social Trading im Allgemeinen. Wer nicht direkt hohe Renditen erwirtschaftet, sollte sein Portfolio nach einigen Wochen analysieren. Wirkt die eigene Strategie stimmig? Haben die Trader nur unter kurzfristigen Marktschwankungen zu leiden? Oder war die Auswahl der Top-Trader doch nicht korrekt?

Fazit: Fachwissen aufbauen und Ruhe bewahren

Beim Social Trading werden im Prinzip dieselben Fehler gemacht, die Anleger auch bei der herkömmlichen Geldanlage viel Rendite kosten. Besonders fehlende Diversifikation im Portfolio sorgt immer wieder für hohe Verluste. Aber auch fehlendes Fachwissen ist ein häufiger Grund dafür, dass Trader und Follower nicht an den Finanzmärkten bestehen. Empfehlenswert ist es daher, den Handel zunächst mit dem Aufbau von Fachwissen und im risikofreien Demokonto zu beginnen. Anschließend darf aber auch immer Echtgeldkonto nicht die Geduld verloren werden, wenn es zu kurzfristigen Verlusten kommt. Werden diese einfachen Tipps beherzigt, steht dem Erfolg beim Social Trading nicht mehr viel im Wege.

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